Aufzucht von Chili-Pflanzen

Du hast es nun soweit geschafft, dass deine Chili-Keimlinge ihre Keimblätter haben (siehe Bild unterhalb). Jetzt brauchen die Pflänzchen etwas andere Pflege als für die Keimung. Wie im vorherigen Artikel (Aussaat von Chili-Samen) bereits beschrieben, sollten die Pflänzchen nun kühler (bei Raumtemperatur) und möglichst hell (allenfalls sogar unter Kunstlicht wie auf dem Titelbild oben) stehen, denn dadurch können sich kräftige Pflanzen entwickeln.

Pflege und Aufzucht

 Diese Keimlinge auf der rechten Seite sind einige Tage alt und wurden einzeln oder zu zweit gesät oder mit der Küchenpapier-Methode (vorheriger Artikel) gezogen. Nun stehen sie unter Kunstlicht (nicht zwingend nötig, aber sehr hilfreich), damit sie ein möglichst kräftiges Wachstum haben. In diesem Stadium sollte weiterhin nährstoffarmes Substrat und kein Dünger verwendet werden. Keimlinge in dieser Grösse und grösser müssen nicht mehr abgedeckt werden, jedoch sollten sie immer noch in leicht feuchten Substrat stehen. Die Blätter sind auf diesem Bild etwas feucht, das wurde aber nach dem Giessen abgeschüttelt. Optimalerweise werden die Blätter beim Giessen gar nicht nass. So kann Pilzbefall und Sonnenbrand (durch zu starke Lichteinstrahlung oder Kunstlicht, das vom Wasser auf den Blättern noch verstärkt wird) verhindert werden. Das Giesswasser enthält bestensfalls wenig Kalk, doch das ist nicht zwingend.
Keimblätter der Chili-Pflanzen
Blätterarten der Chili-Pflanze

Lasse deine Pflänzchen nun wachsen und gedeihen, bevor du diesen nächsten Schritt in Angriff nimmst. Die Pflänzchen sollen ihr zweites «echtes» Blattpaar entwickelt und ca. 8-10cm hoch sein, bevor sie allenfalls weiter vereinzelt oder umgetopft werden, weil sie das bisherige Substrat vollständig durchwurzelt haben. Auf dem Bild links entwickeln die Pflanzen gerade ihr zweites Blattpaar, haben aber noch nicht die gewünschte Höhe erreicht. Sie hat noch viel Platz in ihrem Töpfchen übrig, deshalb dürfen sie noch weiter wachsen, ohne dass sie umgetopft werden. Bei Pflänzchen in dieser Grösse kann das Substrat leicht angetrocknet sein, bevor sie wieder gegossen werden. Wende diese Technik aber noch nicht allzu intensiv an (nicht vollständig austrocknen lassen), denn die Pflanzen sind trotz allem noch sehr empfindlich.

In dieser Phase ist besonders das Licht, welches die Pflänzchen bekommen, sehr wichtig. Je weniger Licht vorhanden und je wärmer der Standort ist, desto schneller vergeilen die Pflanzen. Das bedeutet, dass sie sehr schnell in die Höhe schiessen, der Stängel aber keine Dicke entwickeln kann und die Pflanzen so relativ schnell umknicken und absterben können.

 

Schaue für das nachfolgende Umtopfen gerne unser Anleitungsvideo auf Instagram an (@rainbowchillies).

Wenn die Pflänzchen nun die gewünschte Höhe und Anzahl echter Blattpaare erreicht und den bisherigen Topf gut durchwurzelt haben, erfolgt das Umtopfen (und allenfalls Vereinzeln) in einen etwas grösseren Topf (ca. 2-4cm mehr Durchmesser als der alte Topf) mit Drainagelöchern. Beim Anbau von Chili-Pflanzen spielt besonders die Tiefe eines Topf eine entscheidende Rolle. Chillies wurzeln tief und je tiefer sie gehen können, desto grösser wird die Pflanze oberhalb der Oberfläche und desto üppiger wird die Ernte ausfallen. Zum Umtopfen wird neues Substrat in den neuen Topf gegeben. Dieses kann beispielsweise aus einer Mischung aus leicht gedüngter Gemüseerde, Kokoshumus, ein wenig Hornspäne und Perlit bestehen, da so ausreichend Nähr- und Sauerstoff an die Wurzeln kommen kann und die Wasserspeicherfähigkeit, aber auch die Drainage sichergestellt sind. Vor dem Umsetzen der Pflanze können die Keimblätter vorsichtig entfernt werden. Die Pflanze wird nun so tief in das Substrat gesetzt, dass die ersten echten Blätter ca. 1-2cm Abstand zum Substrat haben. Dadurch kann die Pflanze noch mehr Wurzeln ansetzen und stabiler wachsen. Die Wurzel-Enden sollten alle nach unten zeigen. Nun wird das Pflänzchen kräftig gegossen, damit es anwachsen kann. Achte darauf, dass das Substrat in der ersten Woche leicht feucht ist, anschliessend kann es fast austrocknen vor dem nächsten Giessen. Gedüngt werden muss dank dem frischen Substrat erst nach ca. 2-3 Wochen. Hierfür empfiehlt sich ein Flüssigdünger, der genau dosiert werden kann und mit dem Giesswasser verabreicht wird.

Dieser Umtopf-Zwischenschritt empfiehlt sich, damit die Pflanze nochmal deutlich wachsen kann, bis sie Mitte Mai ins Freie rausgestellt wird. Die Pflanze (rechtes Bild) ist sehr gut gewachsen und bald schon wieder bereit fürs nächste Umtopfen.

Das nächste Umtopfen wird erfolgen, wenn das alte Substrat vollständig durchwurzelt ist und das Wachstum der Pflanze stagniert. Die Pflanze sollte gesund und stark sein, damit sie das Abhärten und das anschliessende Rausstellen problemlos übersteht.

Jetzt hast Du gesunde und kräftige Jungpflanzen, die fleissig weiter wachsen. Als nächster Schritt erfolgt das Abhärten der Pflanzen, damit sie den Wind, die Sonne, den Regen und die Temperaturschwankungen in Zukunft ohne Schwierigkeiten überstehen können. Dazu findest du im Artikel «Abhärtung von Chili-Pflanzen» alle nötigen weiteren Informationen.

Passender Guide zum Thema
In unserem kompakten PDF-Guide gehen wir vertieft auf die Grundlagen des Chili-Anbaus ein und zeigen typische Fehler, die gerade in den ersten Wachstumsphasen häufig auftreten – verständlich und praxisnah zusammengefasst.

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