Aussaat von Chili-Samen

Nun bist Du so weit, dass du mit dem Säen loslegen kannst. Falls Du direkt auf diesen Artikel gekommen bist, dann kannst Du dir gerne noch den Vorbereitungsartikel für die Aussaat und Aufzucht von Chili-Pflanzen inkl. einer Material-Checkliste durchlesen.

Das Vorgehen

Vorbereitung

Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Chili-Samen liegt in den meisten Fällen zwischen Januar und März. Der genaue Startzeitpunkt hängt unter anderem von der Chili-Gattung ab, da einige Sorten – insbesondere Capsicum chinense – länger zum Keimen und Wachsen benötigen als beispielsweise Capsicum annuum.

Bevor die Samen keimen können, müssen sie die harte Samenschale aufweichen. Um die Keimrate zu erhöhen und den Keimprozess zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Samen sortenweise und beschriftet für etwa 12 bis 24 Stunden in lauwarmem Wasser einzuweichen. Wichtig ist, dass die Samen vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sind.

Manche Chili-Züchter verwenden dafür lauwarmen Kamillentee, dem eine leicht desinfizierende Wirkung zugeschrieben wird. Dies ist jedoch optional und kein Muss für eine erfolgreiche Keimung.


Aussaat

Nach dem Einweichen kann mit der eigentlichen Aussaat begonnen werden. Die Samen können entweder:

  • einzeln (oder maximal zwei Samen) in kleine Töpfchen mit einem Durchmesser von etwa 4–5 cm, oder

  • als Horstsaat (mehrere Samen mit ausreichend Abstand in einem gemeinsamen Behälter)

ausgesät werden.

Die Horstsaat ist zunächst weniger aufwendig, erfordert jedoch ein früheres Vereinzeln und Umtopfen der Keimlinge. Bei der Einzel-Aussaat haben die jungen Pflanzen von Anfang an mehr Platz, was das spätere Pikieren erleichtert. Viele Grower bevorzugen deshalb diese Methode.

Die Anzuchttöpfe sollten über Drainagelöcher verfügen und mit einem lockeren, nährstoffarmen Substrat befüllt werden, zum Beispiel Anzuchterde oder eine Mischung aus Erde mit Perlit oder Vermiculit. Diese Zusätze verbessern die Drainage und reduzieren das Risiko von Staunässe.

Ein wichtiger, oft unterschätzter Punkt: Beschrifte die Töpfe unbedingt – entweder vor oder direkt nach der Aussaat. Chili-Samen sehen sich sehr ähnlich, und ohne Beschriftung lässt sich die Sorte oft erst erkennen, wenn die Pflanze ausgewachsen ist.

*Ein Anzuchthaus mit Saatplatten und einzelnen Abteilen eignet sich besonders gut, wenn mehrere Pflanzen gleichzeitig angezogen werden sollen.

Einpflanzen der Samen

Die nassen Samen kannst Du mit einer Pinzette, einem Zahnstocher oder mit dem Finger aus der Flüssigkeit fischen und anschliessend in den dafür vorbereiteten Topf geben. Chillies sind Dunkelkeimer. Das bedeutet, dass die Samen praktisch nur keimen, wenn sie vollständig von Substrat bedeckt sind. Die Saattiefe von 0.5cm sollte nicht überschritten werden, da die Samen sonst in der nassen Erde verfaulen könnten oder die Keimung dauert viel länger als normal. Lege den Samen in die vorbereitete Kuhle und bedecke den Samen mit etwas Substrat und drücke dieses nur ganz leicht fest. Nun sollte das Substrat gut gewässert werden, sodass die Erde (besonders um den Samen herum) feucht ist, aber nicht nass. Nun stellst Du das Töpfchen an einen warmen Ort (Keimtemperatur zwischen 20-30°C, siehe Rückseite Samen-Packung) und deckst es mit einem nicht luftdichten Deckel oder mit Frischhaltefolie mit Luftlöchern ab. Das trägt dazu bei, dass die Feuchtigkeit besser in der Erde gehalten werden kann und die Samen nicht schnell austrocknen. Das Pflanzsubstrat sollte (teilweise mehrmals) täglich (mit einer Sprayflasche) besprüht oder gegossen werden, damit der Samen nie austrocknet, aber auch niemals zu nass sein, denn sonst beginnen die Wurzeln zu faulen. Während dem Besprühen, wird die Abdeckung abgenommen und das Töpfchen gelüftet, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Beachte beim Giessen aber, je wärmer der Untergrund und die Umgebung, desto häufiger muss gegossen werden (kontrolliere das Substrat mehrfach täglich).

Keimung

Wenn Du die vorherigen Schritte durchgeführt hast, dann sollten sich (je nach Sorte und Bodentemperatur) nach 7-30 Tagen die ersten Pflänzchen zeigen. Nun solltest Du die Pflänzchen an einen möglichst hellen und kühleren Ort (oder gar unter Kunstlicht) stellen, damit sie sich zu kräftigen Keimlingen entwickeln können. Das erste Blattpaar, das jeder Keimling aufweist, sind die Keimblätter.  Diese unterscheiden sich optisch deutlich von den eigentlichen «echten» Blättern und dienen dem Keimling am Anfang seines Wachstums dazu, über Licht und Wasser die Photosynthese in Gang zu bringen, um selbst wachsen zu können. 

Glückwunsch! Du hast den ersten Schritt für die Aufzucht von Chili-Pflanzen geschafft! Wie du nun am besten weiter vorgehst und was du beachten solltest, das findest Du im nächsten Artikel: Aufzucht von Chili-Pflanzen.

Exkurs

Die Art und Weise des Aussäens, die oben beschrieben wurde, ist absolut klassisch. Wenn Du keinen Platz hast, um die Töpfchen oder Anzuchthäuser für die Keimung sehr warm aufzustellen und nicht in eine Wärmematte investieren willst, dann gibt es noch eine andere Möglichkeit. Du kannst die Chili-Samen sortenweise, mit genügend Abstand zwischen den Samen, in ein feuchtes Küchenpapier legen, dieses zusammenfalten und in einen verschliessbaren Beutel geben und so beispielsweise auf die Heizung oder einen anderen warmen Ort legen. Vorteil hierbei ist, dass noch kein Substrat involviert ist und Du keinen Platz haben musst, um viele Töpfchen aufrecht und warm aufzustellen.

Vergiss dabei aber die Beschriftung nicht! Achte auch hier darauf, dass die Beutel regelmässig gelüftet und das Küchenpapier feucht gehalten wird. Wenn die Samen dann keimen (als erstes kommt eine weisse Wurzel raus und anschliessend auf der gegenüberliegenden Seite des Samenkorns der grüne Teil des Pflänzchens), kann sie in einen Topf mit Substrat gepflanzt werden. Warte hierfür aber, bis das Pflänzchen eine ca. 2-3cm lange Wurzel und einen (grünen) Stängel entwickelt, denn davor ist der Keimling kaum überlebensfähig. Gehe nun mit den vereinzelten Keimlingen gleich vor, wie mit den Keimlingen, die oben beschrieben wurden (kühler und heller stellen). Diese Art der Keimung kann eine höhere Keimrate generieren, wobei sie durchaus etwas aufwendig ist.

Welche der Methoden die für Dich Richtige ist, das musst Du für dich entscheiden. Probiere beide aus und entscheide dann, denn sie haben jeweils ihre Vor- und Nachteile.

Passender Guide zum Thema
In unserem kompakten PDF-Guide gehen wir vertieft auf die Grundlagen des Chili-Anbaus ein und zeigen typische Fehler, die gerade in den ersten Wachstumsphasen häufig auftreten – verständlich und praxisnah zusammengefasst.

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