Vorbereitung für die Aussaat von Chili-Pflanzen

Wenn aus einem Chili-Samen ein kleines Pflänzchen heranwächst und sich zu einer kräftigen Chili-Pflanze entwickelt, die viele Früchte und darin enthaltene neue Generationen hervorbringt, dann ist das ein wunderbares Schauspiel. Und ganz besonders wird dieses Erlebnis, wenn man selbst verantwortlich ist dafür und bei dem ganzen Prozess dabei sein kann. Die Aufzucht eigener Chili-Pflanzen ist etwas Tolles, da die Pflanzen ziemlich schnell wachsen und mit ihrem Farbenreichtum jeden Garten und Balkon bereichern! Natürlich kannst Du diesen Schritt überspringen und dir ab dem Frühjahr deine Chili-Pflanzen einfach kaufen😁.

Überlegungen im Vorfeld

Bevor Du dir nun dein Saatgut packst und wild drauflos säst, solltest Du dir einige Gedanken darüber machen, welche Sorten du überhaupt säen willst und für wie viele Pflanzen Du Platz hast, wenn sie ausgewachsen sind. Die Auswahl der Chili-Sorten sollte nach dem Schärfegrad, dem Platzbedürfnis und allenfalls nach dem Aussehen getroffen werden. In der nachfolgenden Abbildung findest Du eine kurze Zusammenfassung einiger der Sorten auf unserer Website nach dem Schärfegrad (eine ausführlichere Liste findest du unter «Die Schärfe der Chillies in Scoville»).

 

Bei der Auswahl einer Chili-Sorte sollte bereits vor der Aussaat berücksichtigt werden, wie gross die Pflanze später wird und wie viel Platz ihr zur Verfügung steht. Die angegebenen Wuchshöhen und -breiten dienen dabei als Richtwerte. Unter optimalen Bedingungen – ausreichend Wärme, Licht, Nährstoffe und genügend Wurzelraum – können Chili-Pflanzen diese Werte erreichen oder sogar überschreiten.

Chili-Pflanzen lassen sich sowohl im Topf als auch im Garten kultivieren. Für die Topfkultur gilt: Je mehr Platz die Wurzeln in der Erde haben, desto kräftiger kann sich die Pflanze entwickeln und desto höher fällt in der Regel auch der Ertrag aus. Als Mindestgrösse sollte ein Topf ein Volumen von etwa 5 Litern haben, empfehlenswert sind jedoch 8–10 Liter, insbesondere bei grösseren oder stark wachsenden Sorten. Zu grosse Töpfe sind allerdings ebenfalls nicht ideal, da sie das Wachstum verzögern können.

Neben der Topfgrösse spielt auch die Wuchsform eine wichtige Rolle. Manche Chili-Sorten wachsen kompakt und buschig und eignen sich besonders gut für Balkon oder Fensterbank. Andere entwickeln einen strauch- oder baumartigen Wuchs und benötigen entsprechend mehr Platz – entweder in grösseren Gefässen oder direkt im Gartenboden. Als grobe Orientierung benötigen die meisten Chili-Pflanzen etwa 40 × 40 cm Platz, wobei dies je nach Sorte variieren kann.

Auch die Wahl der Chili-Gattung kann den Einstieg erleichtern. Sorten der Gattung Capsicum annuum gelten als vergleichsweise robust und unkompliziert, insbesondere in der Keimphase. Capsicum chinense-Sorten hingegen benötigen meist höhere Keimtemperaturen und etwas mehr Geduld, belohnen dafür aber oft mit besonders aromatischen und scharfen Früchten. Grundsätzlich lassen sich jedoch alle Chili-Sorten erfolgreich ziehen – Erfahrung, Beobachtung und Geduld sind dabei entscheidender als Vorkenntnisse.

Wer sich frühzeitig mit Platzbedarf, Wuchsform und Ansprüchen der jeweiligen Chili-Sorten beschäftigt, schafft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aussaat und gesunde Pflanzen.

Letzte Vorbereitungen

Gleich kannst Du loslegen mit dem aussäen, aber kontrolliere vorher noch kurz, ob Du alles Nötige hast für die Anzucht. Das Material und die für Dich passenden Chili-Samen solltest Du erst beschaffen, wenn Du die Überlegungen oben für dich gemacht hast. Die Aussaat und Aufzucht von Chili-Pflanzen kann durchaus zu einer Wissenschaft gemacht werden mit allen möglichen Hilfsmitteln. Diese Hilfsmittel sind keinesfalls Pflicht, können aber teilweise den gesamten Prozess erleichtern oder vereinfachen. Folgende Dinge sollten vorhanden sein, bevor Du loslegst:

  • Aussaatplatte mit Abflusslöchern oder kleine Töpfchen (bspw. Joghurtbecher mit Löchern im Boden)
  • Luftdurchlässige Abdeckung für Keimtöpfchen (Frischhaltefolie mit Luftlöchern tut es auch😉)
  • Pflanzsubstrat (Anzuchterde ist nicht obligatorisch, aber sicher Erde ohne Düngung. Es kann auch nicht-organisches Substrat wie Perlit oder Vermiculit verwendet werden)
  • Warmer Ort (über der Heizung, auf der Fussbodenheizung oder auf einer Heizmatte)
  • Ausgewähltes Saatgut
  • Wasserspray (damit kann gezielter bewässert werden)
  • Stift und Klebeband zur Beschriftung der Töpfe
  • Nach der Keimung einen etwas kühlerer, aber sehr hellen Ort

Fortsetzung für die Aussaat

Nun bist Du bereit, um die Samen auszusäen und Dir deine eigenen tollen Chili-Pflanzen zu ziehen. Worauf Du dabei achten solltest und mit welchen Tipps und Tricks das am einfachsten geht, erfährst Du im nächsten Artikel «Aussaat von Chili-Samen».

Passender Guide zum Thema
In unserem kompakten PDF-Guide gehen wir vertieft auf die Grundlagen des Chili-Anbaus ein und zeigen typische Fehler, die gerade in den ersten Wachstumsphasen häufig auftreten – verständlich und praxisnah zusammengefasst.

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